Viele. Fremde. Menschen.

Als ich noch recht neu auf Twitter war, fand gerade das vorletzte Koellesterin (ein Kölner Twittertreffen) statt. Und ich dachte mir: „Oh Gott, zu sowas werd ich mich ganz sicher nie hintrauen. Da sind ja lauter fremde Menschen.“
Nun, letzten Samstag war es dann wieder soweit. Das Koellesterin fand erneut statt. Und ich war mit dabei.
Glücklicherweise erschien ich in Begleitung, eine gute Freundin und Mittwitterin kam mit. Das gab mir ein konstantes Gefühl der Sicherheit, welches meine Unsicherheit meist einigermaßen im Griff hielt.

Ich muss vorab sagen, dass ich zwar generell jemand bin, der gerne Menschen um sich herum hat. Vor allem Menschen, die ich schon gut kenne und vor allem: nicht zu viele. In kleiner Runde bin ich sehr gesprächig und wenn mir jemand vertrauenswürdig erscheint, auch sehr offen. Manche finden mich dann sogar sympathisch und erleben mich als extrovertiert.

Ganz anders sieht das aus, wenn ich mich in einer größeren Masse von Menschen befinde, die mir größtenteils unbekannt sind. Die meiste Zeit des Koellesterins verbrachte ich in unserer Sofaecke. Von mir aus habe ich kaum jemanden angesprochen. Aus gutem Grund. Ich bin verdammt schüchtern. Das führt dazu, dass ich diese Schüchternheit möglichst lässig überspielen will und dadurch geneigt bin, ziemlichen Stuss von mir zu geben.
Aus den größeren Grüppchen habe ich mich also eher rausgehalten.

Dennoch gab es auch sehr positive Momente. Ich durfte ein paar liebe Menschen kennen lernen und hatte mit dem ein oder anderen auch wirklich angenehme Konversationen. Es war schön, mal ein wenig hinter die Accounts blicken zu können. Festzustellen, dass die anderen eben auch nur Menschen sind. Mit mehr Macke oder weniger.

Leider konnte ich nicht allzu lange bleiben. Kopfschmerzen sowie ein Ohr, das mit erneutem Hörsturz drohte (die zwei vorherigen Male reichten mir) vertrieben mir ab einem gewissen Zeitpunkt den Spaß. Darüber hinaus war der Abend auch mental eine ziemliche Herausforderung für mich. Ich fühlte mich dazugehörig und fehl am Platz zugleich. Es gab kurze Momente, in denen ich mich trotz der Menge an Menschen um mich herum etwas einsam fühlte. Und Einsamkeit ist nunmal mein persönlicher Endgegner.
Natürlich hätte ich das Problem lösen können, in dem ich einfach mal ein paar Leute anspreche. Aber was, wenn genau die meinen Account scheiße finden? Und mich in Persona völlig unsympathisch? Was, wenn mir mittendrin die Worte ausgehen, ich nicht mehr weiß, was ich Schlaues sagen soll und stattdessen etwas sehr Dummes sage? Damit kann ich immer noch schwer umgehen. Es gelingt mir zwar deutlich besser als früher, aber vermutlich werde ich nie der extrovertierte Gruppentyp sein.

Ich bin kein stilles Mäuschen, ich bin kein Mauerblümchen und ich kann glaub ich manchmal sogar ganz unterhaltsam sein. Doch dafür muss ich entspannt sein. Und das kann ich unter so vielen mehr oder weniger Fremden nicht. Umso mehr hat es mich gefreut, mit dem ein oder anderen mal in Ruhe ein Kippchen vor der Tür zu rauchen. Oder 2. Oder 3. Auch die Toiletten waren kein allzu schlechter Ort für ein kurzes persönliches Gespräch.

Nun, mein Fazit sieht folgendermaßen aus:
Ich werde definitiv wieder zu einem Twittertreffen gehen, auch wenn es für mich zeitweise sehr anstrengend war. Es lohnt sich einfach, manch einen Menschen persönlich kennen zu lernen. Und irgendwie will man ja auch dabei gewesen sein.

Ich wünsche mir nur, dass ich beim nächsten Mal (vermutlich bei der Ruhrpottmanege) noch mit ein paar mehr Menschen ins Gespräch komme. Ihr dürft mich übrigens auch sehr gerne von euch aus ansprechen.
Ich bin nicht so verschlossen, wie ich manchmal den Eindruck mache.
Ich bin lediglich ein Sozial-N00b.

 

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2 Kommentare zu “Viele. Fremde. Menschen.

  1. Ja . Ja. Ja ! Kann dir in so ziemlich jedem Punkt zustimmen . Ich bin bei fremden Menschen schüchtern, bin recht still ,warte ab und muss Eis tauen lassen. Das wird von vielen als Desinteresse interpretiert oder manchmal auch als unnahbar und arrogant. Ist eigentlich das letzte was ich will. Ich beneide Menschen die sofort sein können wie sind, denn ich bin eigentlich auch gar nicht so wie im ersten Kontakt mit fremden ^^ . Nunja, all das trifft auf Gruppengrößen ab 3 aufwärts zu 😀

    Danke für den Post 🙂

    LG

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